Das war kein Ruhmesblatt und wenig meisterlich!


SG Findorf III – HVH 25 : 28 ( 10 : 16 )

Anpfiff 19.50 Uhr – Auswärtsspiel am Sonntagabend in Findorff. Trotz gleichzeitigem Tatort aus Bremen hatten sich etwa 25 HVH-Getreue auf den Weg in die schmucke, renovierte Halle an der Nürnberger Straße gemacht, um ihrer Mannschaft die notwendige Unterstützung zukommen zu lassen. Da kein angesetzter Schiedsrichter erschienen war, übernahm Jan Schulz, einer unserer etatmäßigen 3 Torleute, den Job mit der Pfeife. Und – das sei vorweg schon mal gesagt – der machte die Sache auf seine ruhige, besonnene Weise wieder einmal richtig gut.

Zahlenmäßig bedeutete es keine Schwächung für die HVH, den Referee aus ihren Reihen zu stellen. Mit 14 Spielern auf dem Spielberichtsbogen hatte sie ihr Kontingent trotzdem voll ausgeschöpft. Ganz anders sah es bei den Gastgebern aus. Den 7 Akteuren auf der Platte stand gerade mal ein einziger Auswechselspieler zur Seite.

Auffälligste HVH-Figuren der ersten 20 Minuten waren Luc und Schiggi, die für die Treffer bis zum 10:10 zu diesem Zeitpunkt fast allein zuständig zeichneten. In Anbetracht dessen, dass unser Team als hoher Favorit ins Rennen gegangen war, war dieser Zwischenstand aber schon die erste kleine Enttäuschung. Als sich die anderen Mitwirkenden endlich daran erinnerten, dass die Last des Torewerfens nicht nur auf den Schultern zweier ihrer Kollegen ruhen muss und auch eigentlich gar keine Last ist, sondern richtig Spaß macht – da tauchten dann schließlich auch andere Namen in der Torschützenliste auf und man warf bis zum Seitenwechsel einen scheinbar vorentscheidenden 10:16 – Vorsprung heraus.

‚Scheinbar‘ (!) vorentscheidend. Manch einer mag geglaubt haben, der Tabellenführer habe seinen Konkurrenten aus den unteren Tabellengefilden nun im Griff – doch weit gefehlt! Insbesondere das Vegesacker Angriffsspiel lief unvermittelt total aus dem Ruder. Nach einer weiteren Viertelstunde hatte unser Team mal gerade 5 mickrige Törchen erzielt; die Findorffer hatten sich auf 19:21 herangearbeitet. Nichts ging zusammen, wenig Bewegung, kein Druck auf die Abwehr – die Verunsicherung war nicht zu übersehen. Und die wenigen Chancen, die man einigermaßen passabel herausspielte, wurden oft überhastet vergeben. Doch die Notlage des einen ist oft das Glück des anderen: der Mini-Spielerkader der Gastgeber machte sich nun bemerkbar; ihre Kräfte schwanden zusehends. Das bedeutete jedoch keinesfalls, dass unsere Mannen ihre konditionellen Vorteile in eine deutliche Überlegenheit ummünzen konnten und ihre Gegner jetzt aus der Halle fegten. Nein, es reichte gerade aus, den Vorsprung nicht noch weiter schmelzen zu lassen und am Ende mit 25:28 knapp die Nase vorn zu behalten.

Eine meisterliche Vorstellung war das heute weiß Gott nicht. Mehr Biss und Engagement legten auf jeden Fall die Findorffer an den Tag. „Es ist jammerschade, dass uns aufgrund unserer dünnen Personaldecke gegen Ende oft die Puste ausgeht. Aber wir waren nahe dran, dem hohen Favoriten heute ein Bein zu stellen“, war dann auch aus den Reihen des sympathischen Gastgeberteams zu vernehmen.

Mit scharfer Kritik hielt HVH-Trainer Eric nicht hinter dem Berg. Er wirkte angesichts der dürftigen Vorstellung seiner Eleven gleichermaßen geplättet wie enttäuscht und verärgert!

Naturgemäß etwas lockerer sah das die Anhängerschar aus Bremen-Nord. Natürlich waren auch ihr die Fehler und Mängel nicht verborgen geblieben, umso stärker geht sie aber davon aus, in den restlichen Punktspielen wieder ein ganz anderes Gesicht ihrer Mannschaft zu sehen zu bekommen.

Die benötigt zum Titelgewinn rein rechnerisch aus den letzten 3 Begegnungen noch einen einzigen Punkt. Der sollte, trotz allem was heute abgelaufen war, schon am nächsten Sonntag in Delmenhorst herausspringen.

Tor: Bastian Preuß, Adel Romani

Feld: Carsten Blum (1), Luc Fahsing (6/1), Jan Fasse (2), Nils Grundmann (2), Sascha Gramberg (5), Lars Lisson, Furkan Özkul (2/1), Björn Przygoda (4), André Röse, Julius Schiewe (2), Fabian Sobota (4/2), Jascha Springer

Nicht im Kader: Jan Schulz ( Schiri des heutigen Spiels ), Niklas Nareyka, Christoph Oberschelp, Yannik Woelke

Trainer: Eric Eisenblätter