Großer Jubel über den Titelgewinn


HSG Delmenhorst IV – HVH 25:26 (13:14)

Ist die Luft ein wenig raus? Oder hat man wieder einmal einen Gegner aufgrund des Tabellenstandes unterschätzt? Ist es möglicherweise eine Verschmelzung aus beidem? Ganz gleich, jeder mag den nicht zufriedenstellenden Auftritt der HVH-Herren in Delmenhorst interpretieren, wie er es für richtig hält. Was dabei auch immer herauskommt – was letztlich zählt, das sind zwei gewonnene Punkte, der damit einhergehende Titelgewinn in der Stadtliga A … und der Aufstieg in die Bremenliga!

Zwar brachten Sascha mit 0:1 und Obi mit der ersten ( und einzigen erfolgreichen gelungenen ) ’schnellen Mitte‘ zum 1:2 ihre Farben zu Beginn in Führung, dennoch übernahmen die Gastgeber fortan das Kommando und konnten sich zweimal ( beim 7:4 und beim 11:8 ) gar mit 3 Toren absetzen.

Unserer Mannschaft missriet vieles und auch die beiden HVH-Torhüter waren nicht unbedingt vom Glück begünstigt. Immerhin gelang es wenigstens, den Rückstand nicht noch weiter anwachsen zu lassen. Im Gegenteil, man kämpfte sich wieder heran und scheiterte nur knapp daran, zur Halbzeitpause den psychologisch sicher nicht ganz unwichtigen Gleichstand einzuloggen.

Das übernahmen nach Wiederbeginn aber doch noch erst Carsten und dann noch einmal Luc, doch im Folgenden erwiesen sich die niedersächsischen Hausherren wieder als treffsicherer und legten auf 19:16 vor. „Ich glaube, das wird heute nichts mehr, das riecht nach zweiter Saisonniederlage“ – stand einer der HVH-Edel-Fans, die den doch recht langen Weg nach Delmenhorst auf sich genommen hatten, mit seinem Befürchtungen sicherlich nicht alleine.

Dann aber Aufatmen in unseren Reihen, als nach gut einer Dreiviertelstunde zum 19:19 egalisiert werden konnte. Und die HVH nahm ihren Flow in die verbleibende und entscheidende Spielphase mit. Wenig später hieß es auf der Anzeigetafel 21:25. Vier Tore Vorsprung – das hatte es in dieser Partie noch zu keinem Zeitpunkt gegeben. Etwas später, es waren noch 5 Minuten auf der Uhr, dann 22:26. Erheblichen Anteil an diesem 3:10-Lauf zu unseren Gunsten hatte nun Basti im HVH-Gehäuse, der endlich offenbarte, wozu er imstande ist. Eigentlich sollte das jetzt ein ausreichendes Polster sein. Doch die Delme-Städter gaben sich noch längst nicht geschlagen, gingen volles Risiko und arbeiteten sich tatsächlich auf 25:26 heran. Die Schlusssirene ertönte zum richtigen Zeitpunkt, verhinderte Schlimmeres und machte dem Spuk ein Ende.

Leichte Verzweiflung bei Obi. In der letzten Viertelstunde blieb es ihm viermal kurz hintereinander versagt, das runde Spielgerät bei Tempogegenstößen am Keeper vorbei zu bringen. Es war anscheinend nicht unbedingt ’sein Tag‘! Dass er dennoch mit 8 Treffern wieder bester HVH-Torschütze war, macht deutlich welchen außerordentlichen Stellenwert er für die Mannschaft hat.

Das Spiel stand lange auf Messers Schneide. Gegen den Tabellenführer treten alle Mannschaften besonders motiviert auf den Plan. Die HSG Delmenhorst hätte einen Punkt sicherlich verdient gehabt. Das zwischenzeitliche Leistungshoch von Erics Mannen, dazu mit Fortuna im Bunde – das reichte heute mal so gerade eben und gab den Ausschlag. Langfristig gedacht spielt es keine Rolle, auf welche knappe und glückliche Weise dieser Auswärtssieg zustande gekommen ist. Wie heißt es so schön: Danach fragt in ein paar Tagen niemand mehr! Was zählt, ist: Der letzte noch fehlende Punkt zur Meisterschaft ist eingefahren; der seit 2 Jahren angestrebte Aufstieg ist endlich in trockenen Tüchern!

Der singende tanzende Spielerkreis auf dem Hallenparkett war Vorbote weiterer Meisterschaftsfeierlichkeiten, die am kommenden Sonntag nach dem Heimspiel gegen Tarmstedt ihre Fortsetzung finden sollen. Dann nämlich lädt die Mannschaft ihre Anhänger zu Bier und Bockwurst in die Lerchenstraße ein.

Tor:

Bastian Preuß, Jan Schulz

Feld:

Carsten Blum (3), Luc Fahsing (2), Sascha Gramberg (4), Lars Lisson, Niklas Nareyka (5/3), Christoph Oberschelp (8/1), Björn Przygoda (1), André Röse, Julius Schiewe (3), Fabian Sobota, Jascha Springer

Nicht im Kader:

Adel Romani, Jan Fasse, Nils Grundmann, Furkan Özkul, Yannik Woelke

Trainer: Eric Eisenblätter