Habenhauser Gäste ließen sich erst spät abschütteln


HVH – ATSV Habenhausen IV 34:27 (17:15)

Volle Besetzung: 14 Akteure auf dem Spielbericht, die weiteren 4 Mannschaftsglieder ( zum Teil wegen Verletzung nicht einsatzbereit ) aber auch in der Halle. In der entscheidenden Phase der Saison steht das Team dicht zusammen! Kein Wunder, denn das über allem schwebende Ziel, der Aufstieg in die Bremenliga, rückt in immer greifbarere Nähe. Alle 3 Torhüter saßen nicht nur auf der Spielerbank, sondern hatten mit etwa gleich langen Einsatzzeiten ihren gewichtigen Anteil am Erfolg.

Die erste Halbzeit verlief weitgehend ausgeglichen. Unsere Mannschaft lag meistens vorn, wenn’s hochkam aber anfangs bestenfalls mit 2 Treffern. Nach 4:2 oder 6:4 geriet man mit 6:7, dann 7:8 erstmalig ins Hintertreffen, ehe man dann wieder gleichziehen konnte. 5 Minuten vor dem Seitenwechsel war die HVH dann erstmalig mit 3 Toren ( 15:12 ) entwischt, bevor mit 17:15 wenigstens eine 2-Treffer-Differenz mit in die Pause genommen werden konnte.

Es war also eng. Enger als es unserer Mannschaft lieb war. Und Lucs Mutter stand mit ihrer Meinung sicher nicht allein, als sie auf die Frage, wie es denn ihrer Meinung nach ausgehen würde, nur sehr kurz und zögerlich mit ‚hoffentlich gut‘ antwortete – wobei sie eine gewisse Verunsicherung und Nervosität nicht verbergen konnte.

Der zweite Spieldurchgang erwies sich nun schnell als der bessere, obwohl die Gäste sich noch eine weitere Viertelstunde nicht abschütteln ließen. Der vorentscheidende Ausbau der Führung

von 2 auf 6 Treffer geschah zwischen den Spielminuten 46 und 50. Ab dem 29:23 fiel eine Last von den Schultern unserer Spieler; die Anspannung – auch beim HVH-Anhang – löste sich. Der Rest bis zum 34:27 war dann Formsache.

Szenenapplaus gab es in mehreren Situationen. So für Carstens Einsatz, als er seinem durchgebrochenen Gegenspieler nach hinten über das halbe Spielfeld nachgejagt war und dem das Spielgerät kurz vor dem Torwurf tatsächlich noch – natürlich nicht ohne ein wenig Körpereinsatz – abknöpfen konnte. Oder … als Obi bei einem Tempogegenstoß bis zur äußersten linken Ecke abgedrängt wurde, ein Torwurf aus diesem Winkel nicht mehr möglich war und er den Ball praktisch hoch in den gegnerischen Kreis ‚flankte‘, wo ihn der mitgelaufene Niklas Kempa-mäßig im Sprung mit beiden Händen ins Habenhauser Gehäuse ‚pritschte‘ – was dann aber leider wegen Übertretens keine Anerkennung fand. Oder … als Schiggi nach seiner Wieder-Einwechslung nach etwa 40 Minuten wie von der Leine gelassen aufdrehte, innerhalb kürzester Zeit 2 Treffer markierte und dazwischen noch einen Siebenmeter herausholte. Oder … sich Furkan mit seiner unbekümmerten, erfrischenden, dazu heute sehr erfolgreichen Art auf der Platte zu agieren ( u.a. 4 von 4 Siebenmeter verwandelt ) in die Herzen der Zuschauer spielte.

Keine Schiedsrichterschelte! Aber: Der Mann in Schwarz tat sich schwer mit seiner Aufgabe und rief durch manchmal nur schwer nachvollziehbare Entscheidungen, allerdings gleich verteilt auf beide Mannschaften, den Unmut der HVH-Gemeinde auf den Rängen hervor. Das ging gar so weit, dass Luc sich einmal in die aufgebrachte ‚Fankurve‘ der ‚Lerchenhölle‘ begab, dort versuchte die Gemüter zu beruhigen und um mehr Besonnenheit bat, um eine weitere Eskalation dieser schon hektischen Partie durch laute Zwischenrufe von außen zu vermeiden. Wenn man es positiv sehen möchte: Der Schiri war auf jeden Fall nicht völlig unbeteiligt daran, dass in der Halle richtig Stimmung war!

Es war heute das Spiel des Ersten gegen den Dritten der Stadtliga A. Über lange Zeit ein Duell auf Augenhöhe, das spielerisch nicht unbedingt auf höchstem Niveau ablief, sondern das trotz einiger spektakulärer Aktionen eher geprägt war durch seine kämpferische Note und die lang anhaltende Spannung. Aber allein schon von daher war diese Partie unbedingt sehens- und erlebenswert. Mit Sicherheit wird keiner der Anwesenden sein Kommen bereut haben. Der abschließende Dank der HVH-Mannschaft an sein unterstützendes Publikum wurde zu Recht erwidert von einem länger anhaltenden, leidenschaftlichen Beifall.

Tor:

Bastian Preuß, Adel Romani, Jan Schulz

Feld:

Carsten Blum (4), Luc Fahsing, Sascha Gramberg (1), Lars Lisson, Niklas Nareyka (5/2), Christoph Oberschelp (10), Furkan Özkul (8/4), Björn Przygoda (3), André Röse, Julius Schiewe (2), Fabian Sobota (1)

Nicht im Kader: Jan Fasse, Nils Grundmann, Jascha Springer, Yannik Woelke

Trainer: Eric Eisenblätter