Mit nur einem einzigen Muskelfaserriss gehen wir noch lange nicht nach Hause


HVH Herren – TSV Farge-Rekum 32:19 (14:7)

Es heißt, Ortsderbys haben ihre ganz eigenen Gesetze. Da kommt es manchmal zu ganz überraschenden Spielausgängen, wenn Favoriten gegen vermeintliche Schwächere straucheln. Sicherlich war unsere Mannschaft, dazu noch in eigener Halle ( zu Bobbys Zeiten noch als ‚Lerchenhölle‘ in aller Munde ), Favorit gegen den bis dahin Zweitplatzierten aus Farge. Und dennoch konnte manch ein HVH-Sympathisant sicher ein etwas mulmiges Gefühl vor dem Aufeinandertreffen mit dem aufstrebenden jungen Team aus dem hohen Bremer Norden nicht völlig ablegen.

Den Gästen standen nach eigenen Angaben mehrere Stammkräfte nicht zur Verfügung; bei der HVH meldete sich das Stammpersonal bis auf nur wenige Ausnahmen einsatzbereit. Ganz wichtig, dass Eric auch wieder auf seinen wohl wichtigsten Mitarbeiter Obi zurückgreifen konnte.

Die HVH-Mannschaft ging voller Selbstbewusstsein und mit breiter Brust in die Partie; und das – wie sich schnell herausstellen sollte – völlig zu recht. Die Mannschaft nahm ihren Rhythmus der Vorrunde, der am letzten Wochenende völlig verloren gegangen zu sein schien, sofort wieder auf. Schnell konnten Luc und Obi ihre Farben mit 3:0 in Front werfen. Bis zum 7:4 nach etwa einem Viertel der Spielzeit blieb die Differenz konstant, dann nutzte unser Team die Abschlussschäche der Farger um sich weiter abzusetzen. 9:4 und 12:5 waren einige weitere Zwischenstationen auf dem Weg zur klaren 14:7-Halbzeitführung.

Wechselseitig fielen in den folgenden 15 Minuten bis zum 21:14 die Tore, bevor die HVH zur großen Schlussoffensive ansetzte. Natürlich war es wieder Obi, der beim Torewerfen besonders hervorstach, aber auch alle anderen Akteure taten das Ihrige und hatten nun maßgeblichen Anteil an der inzwischen deutlichen Überlegenheit – egal, ob sie ebenfalls als Torschützen oder in anderer Funktion auf der Platte in Erscheinung traten. Die letzte Spielphase entschied unsere Mannschaft mit 11 Toren bei nur 5 Gegentreffern noch einmal nachdrücklich für sich, so dass am Ende mit 32:19 ein vor allen Dingen in dieser Höhe von niemanden erwarteter Erfolg registriert werden konnte.

In der Nachbereitung des enttäuschenden Spiels in Buntentor/Neustadt eine Woche zuvor müssen wohl unmissverständliche Worte gefallen sein, denn das gesamte HVH-Personal trat heute mit einer ganz anderen Einstellung auf den Plan.

Insbesondere für ihre Defensivarbeit attestierte Trainer Eric seinen Jungs eine Top-Leistung, …“wobei es nach vorne auch weitgehend ordentlich lief; aber da machen wir immer noch zu viele einfache Fehler.“

Die Vegesacker Abwehr stand wahrhaftig sehr sicher; dahinter präsentierte sich ihr Keeper Basti ( den Eric auch prompt als Anerkennung für seine tolle Leistung durchspielen ließ – bis auf einen Siebenmeter) in blendender Verfassung und wurde zu einem der Garanten des deutlichen Erfolges. Unsere Mannschaft bewies Willensstärke und war körperlich wesentlich präsenter und robuster. Ein Beispiel dafür am Rande: Der relativ schmächtige Farger Rechtsaußen stand zeitweise ausgerechnet Jan F. und Carsten gegenüber. Dass er gegen die beiden nicht zimperlichen ‚Kanten‘ im Vegesacker Deckungsverband nicht unbedingt einen lustigen Abend erlebte, an dem er sich nach Belieben austoben konnte, müsste eigentlich nicht besonders erwähnt werden. Bei allem Kampfgeist kam aber auch das spielerische Moment nicht zu kurz; belegt zum Beispiel durch eine ganze Reihe von sehenswerten Anspielen von Luc und Carsten zu Julius oder Fabian an den Kreis.

Jan F., der für die Rückrunde die Rolle des Kapitäns übernommen hat, ließ sich im Übrigen auch von einem Muskelfaserriss im Oberschenkel nicht davon abhalten, in dieser wichtigen Begegnung für sein Team aufzulaufen.


Tor:

Bastian Preuß, Jan Schulz

Feld:

Carsten Blum (3), Luc Fahsing (3), Jan Fasse (3), Sascha Gramberg (1), Lars Lisson (1), Christoph Oberschelp (14/1), Furkan Özkul (2), André Röse, Fabian Sobota (1), Julius Schiewe (4)

Nicht im Kader:

Adel Romani, Nils Grundmann, Niklas Nareyka, Björn Przygoda, Jascha Springer, Yannik Woelke

Trainer:
Eric Eisenblätter