Wenig „Handball in Vollendung“, dafür viel „Gedaddel“


TS Woltmershausen II – HVH 12:30 (9:15)

Beim Letzten der Stadtliga A ging unsere Mannschaft als glasklarer Favorit ins Rennen. Alles andere als zwei Punkte in fremder Halle wäre in Anbetracht der Tabellensituation und auch der letzten Resultate beider Kontrahenten einer Sensation gleichgekommen.

Und tatsächlich war der Keks eigentlich schon nach 5 Minuten geknuspert, weil das Team um Obi und Co. mit 0:4 einen perfekten Start erwischte. Was dann folgte, war allerdings beileibe nicht das Gelbe vom Ei. Die Konsequenz: Der Vorsprung konnte einstweilen nicht weiter ausgebaut werden, schmolz gar beim 8:11 auf drei Zähler. Zwar zog man in der verbleibenden Zeit des ersten Spieldurchgangs die Zügel noch einmal fester an und vergrößerte die Tordifferenz auf 9:15; überzeugend war die Gesamtleistung bis dahin jedoch keineswegs. „Statisches Positionsspiel, wenig oder gar keine Bewegung im Angriff, Kreisläufer fanden nicht ins Spiel, dazu technische Fehler – diese negativen Merkmale kennzeichneten leider unser Spiel. Einzig die Abwehrleistung war okay, mehr aber auch nicht“, fasste später Niklas das Geschehen in Hälfte 1 zusammen.

Die Unsicherheit der Gastgeber-Deckung und deren zum Großteil körperliche Unterlegenheit konnten unsere Burschen nur in Ansätzen ausnutzen. Beleg dafür: Die HVH-Treffer fielen hauptsächlich über Tempogegenstöße, vornehmlich vollzogen von dem wieselflinken und kaum zu bremsenden Obi.

Durch mehr Bewegung gelang es im weiteren Verlauf endlich, das Angriffsspiel zu beleben und variabler zu gestalten. Auf der Mittelposition spielte Lars – trotz Kohlfahrt am Vorabend – in der Ballverteilung eine gute Rolle, zumal auch die Kreisläufer besser ins Spiel fanden. Jan Sch. löste im HVH-Gehäuse Bastian ab. Er musste in den zweiten 30 Minuten tatsächlich nur dreimal ( ! ) hinter sich greifen, was gewiss auch an der zuverlässigen Arbeit seiner Mitspieler vor dem eigenen Kreis und der damit einhergehenden, zunehmenden Ideen- und Hilflosigkeit der Pusdorfer Angreifer lag. Da auch Obi weiterhin sehr gut und erfolgreich unterwegs war, wuchs der Torabstand unaufhaltsam. 9:18, 11:22, 12:28 bis hin zum finalen 12:30 – die anfängliche Gegenwehr der Heimmannschaft war am Ende total erloschen. Ein nicht unbedingt ansprechendes, weil auch sehr einseitiges, von beiden Parteien aber immer äußerst fair geführtes Match hatte seinen klaren Sieger gefunden. „Manchmal wurde leider mehr gedaddelt als richtig Handball gespielt“, bemängelte Niklas sicherlich nicht zu Unrecht. Dieses Versäumnis kann jedoch schnell korrigiert werden, wenn sich am kommenden Sonntag um 17:50 Uhr Habenhausen IV in der Lerchenstraße vorstellt. Eine Mannschaft, die den Unsrigen mehr abverlangen wird und die als Drittplatzierte immer noch Ambitionen nach oben hat … und gegen die es in der Hinrunde nur mit Glück und mit Hängen und Würgen zu einem Auswärtserfolg gereicht hatte.

Für eine kleine humoristische Einlage wurde gesorgt, als Obi im Eifer des Gefechts den einlaufenden Carsten unbeabsichtigt in bester Völkerball-Manier ‚abwarf‘ und von den Beinen holte. Pech in anderer Form entwickelte Jascha, der in den letzten 5 Minuten dreimal von der Siebenmeter-Linie scheiterte. Im letzten Versuch klatschte das Spielgerät zwar an den Innenpfosten, nahm von da aus aber nicht den sehnlichst erhofften Weg Richtung Tornetz. Und so müssen alle weiter warten: Jascha auf sein erstes Saisontor … und seine Kumpels auf die Kiste mit Kaltgetränken, die dafür fällig wird!

Und wie ist der derzeitige Zwischenstand im ‚Monat der Wahrheit‘? 4:2 Punkte sind zwar nicht die Optimal-Ausbeute, tun aber deswegen nicht weh, weil auch Farge ( nämlich gegen uns ) und Habenhausen IV ( sogar zweimal; in Farge und in Tarmstedt ) doppelte Punktverluste hinnehmen mussten. Und – wie gesagt – am Wochenende sind eben diese Habenhauser zu Gast in Vegesack!

Tor:

Bastian Preuß, Jan Schulz

Feld:

Carsten Blum (1), Jan Fasse (1), Sascha Gramberg, Lars Lisson (2), Niklas Nareyka (3/1), Christoph Oberschelp (19/1), Björn Przygoda (2), André Röse (1), Fabian Sobota (1/1), Jascha Springer

Nicht im Kader: Adel Romani, Luc Fahsing, Nils Grundmann, Furkan Özkul, Julius Schiewe, Yannik Woelke

Trainer:

Eric Eisenblätter